Zustellung

Der Ausgangsteil einer Pipeline heißt Transport. Er entscheidet, wohin die transformierte Bestellung geht – und wie. Orderport kennt vier Transport-Typen, die Sie je nach Zielsystem wählen.

Die vier Transport-Typen im Überblick

Typ Eignet sich für Authentifizierung Addon
HTTP POST Einfache ERP-Importer mit XML-Body Basic Auth oder keine
REST API Moderne APIs mit JSON, OAuth, Custom Header Basic / Bearer / OAuth / API-Key
E-Mail Manuelle Übernahme oder E-Mail-Importer (z. B. JTL-Wawi) delivery_email
FTP/SFTP Dateibasierte Importer, Dropfolder-Consumer Passwort oder SSH-Key delivery_ftp

Entscheidungshilfe

Die schnelle Logik:

  • Ziel ist ein HTTP-Endpoint, erwartet XML, einfache oder keine Auth → HTTP POST
  • Ziel ist ein HTTP-Endpoint, erwartet JSON oder braucht OAuthREST API
  • Ziel ist ein Postfach oder ein System mit E-Mail-ImportE-Mail
  • Ziel ist ein Verzeichnis auf einem (S)FTP-Server → FTP/SFTP

Im Zweifel ist REST API die flexibelste Wahl.

Mehrere Transporte pro Pipeline

Eine Pipeline kann mehrere Transporte haben. Sie werden der Reihe nach nach Priorität durchprobiert:

  1. Primärer Transport (Priority 0) wird versucht
  2. Erfolg? → fertig. Fehler? → nächster Transport (Priority 1) wird versucht
  3. Wenn alle Transporte im Versuch scheitern, wird die Nachricht für den nächsten Retry-Versuch vorgemerkt

Das ist nützlich für Fallbacks: Zum Beispiel primär REST API an Ihr ERP, sekundär E-Mail an einen Sachbearbeiter. Fällt die API aus, erhält der Sachbearbeiter die Bestellung als E-Mail und kann manuell eingreifen.

Die Priorität lässt sich per Drag & Drop auf der Pipeline-Detailseite anpassen.

Verbindungstest

Jeder Transport hat auf der Pipeline-Detailseite einen „Verbindung testen"-Button:

  • HTTP / REST API – sendet einen Test-Request (leeres Payload). Die Antwort zeigt HTTP-Status, Antwortzeit und Body-Auszug.
  • E-Mail – sendet eine Test-Mail an die konfigurierte Adresse.
  • FTP/SFTP – baut Verbindung auf, listet Verzeichnisrechte.

Der Verbindungstest ist throttled auf 5 Aufrufe pro Minute, um versehentliche Testläufe nicht als DoS wirken zu lassen.

Retry-Verhalten

Wenn alle aktiven Transporte im Versuch scheitern, reiht Orderport einen Retry ein. Backoff: 1 min / 5 min / 30 min / 2 h / 24 h, maximal 5 Versuche. Dann Status permanently_failed. Details: Fehlerbehebung.

Transport-Logs

Jeder Zustellungsversuch erzeugt einen Transport-Log-Eintrag:

  • Welcher Transport war dran, welcher Versuch-Index
  • HTTP-Status des Zielsystems (sofern zutreffend)
  • Antwortzeit in ms
  • Die ersten 5 000 Zeichen der Antwort
  • Fehlermeldung bei Abbruch

Sie sehen die Logs in der Bestellungs-Detailansicht. So können Sie bei Fehlschlägen sofort erkennen, welches Zielsystem welchen Fehler geworfen hat.

Technische Details

Erfolgskriterium

Ein Zustellungsversuch gilt als erfolgreich, wenn:

  • HTTP / REST API: Das Zielsystem antwortet mit einem HTTP-Statuscode aus der Liste der erwarteten Codes (Default [200, 201, 202], konfigurierbar bei REST API).
  • E-Mail: Der Mailserver hat die Nachricht akzeptiert. Dass das Ziel-Postfach sie tatsächlich erhält, ist SMTP-bedingt nicht nachprüfbar.
  • FTP/SFTP: Die Datei wurde auf den Server geschrieben und erfolgreich umbenannt (atomarer Write via Temp-Datei + Rename).

Alles andere – Timeout, Netzwerkfehler, unerwarteter HTTP-Status, Auth-Fehlschlag – gilt als Fehler und startet die Retry-Kette.

Parallelität

Pro Nachricht läuft stets nur ein Zustellungsversuch gleichzeitig. Parallele Zustellungen an unterschiedliche Pipelines und Mandanten laufen unabhängig voneinander.

Feature-Gate pro Transport-Typ

  • HTTP POST und REST API sind für alle Mandanten aktiv
  • E-Mail benötigt das Addon delivery_email
  • FTP/SFTP benötigt das Addon delivery_ftp
  • Demo-Mandanten haben alle Transport-Typen automatisch

Nächste Schritte