EDIFACT

EDIFACT – Eingang für klassische EDI-Nachrichten nach UN-Standard. Benötigtes Addon: connector_edifact.

Überblick

EDIFACT (Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport) ist ein UN-Standard für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten. Im deutschsprachigen B2B-Handel ist EDIFACT besonders bei Großhändlern, Einkaufsgenossenschaften und im Einzelhandel verbreitet.

EDIFACT-Nachrichten sind weder XML noch JSON, sondern ein spezielles Textformat mit Trennzeichen:

UNA:+.? '
UNB+UNOC:3+AbsenderGLN:14+EmpfaengerGLN:14+240906:0846+Referenz++ORDERS'
UNH+1+ORDERS:D:01B:UN:EAN010'
BGM+220+Bestellnummer+9'
...

Orderport empfängt und parst EDIFACT-ORDERS-Nachrichten, normalisiert sie und transformiert sie in Ihr Zielformat (openTrans XML oder JSON).

Kompatibilität

Unterstützte Versionen

Bereich Version
Nachrichtentyp ORDERS (Bestellung)
Subset EANCOM ORDERS D:01B (getestet) – andere Subsets meist kompatibel
Content-Type application/edifact oder text/plain
Zeichensatz UNOC (Level 3) und UNOA

Bekannte Einschränkungen

  • Nur ORDERS. Andere Nachrichtentypen (ORDRSP, DESADV, INVOIC) werden nicht unterstützt.
  • Keine ORDRSP zurück. Orderport sendet keine Bestellbestätigungen ins sendende System. Ist eine ORDRSP vertraglich verlangt, muss sie aus Ihrem Zielsystem (ERP) stammen.
  • Adressdaten-Lücken. Wenn die NAD-Segmente nur GLN enthalten (ohne Klartext-Adresse), müssen Straße/PLZ/Ort als Static-Mapping im Feldmapping hinterlegt werden.
  • Keine Signaturprüfung. EDIFACT-Inhalte werden nicht kryptografisch validiert – Authentifizierung erfolgt ausschließlich über die Transport-Schicht (HTTP-Auth oder IP-Allowlist).
  • EDIFACT-Subsets jenseits EANCOM D:01B sind in Einzelfällen zu prüfen; wir reagieren auf gemeldete Parsing-Probleme.

Authentifizierung

EDIFACT selbst trägt keine Authentifizierung. In Orderport sichern Sie den Eingang über eine Credential vom Typ Bearer Token oder Shared-Secret-Header – je nachdem, was Ihr Partner liefern kann.

  • Empfohlen: Bearer Token im Authorization-Header
  • Alternativ: Custom-Header (z. B. X-API-Key) mit Shared-Secret-Header

Zusätzlich kann die IP-Allowlist auf Tenant-Ebene den Zugriff auf bekannte Absender-IPs beschränken.

Einrichten in Orderport

Pipeline anlegen

  1. Pipelines → Neue Pipeline
  2. Eingabeformat: EDIFACT, Ausgabeformat: openTrans oder JSON
  3. Auto-Mapping wird generiert
  4. Transport wählen: HTTP, REST API, E-Mail oder FTP

Credential anlegen

Auf der Pipeline-Detailseite Credentials → Hinzufügen:

  • Typ: Bearer Token oder Shared-Secret-Header
  • Secret wird einmalig angezeigt und dem Partner mitgeteilt

Festwerte im Mapping

Weil NAD-Segmente oft nur GLN enthalten, fehlen häufig Klartext-Adressen für den Käufer oder die Lieferadresse. Hinterlegen Sie die fehlenden Werte als Static-Mapping:

Zielfeld Mapping-Typ Empfohlener Wert
Käufer-Name Static Ihr Firmenname
Käufer-Straße Static Ihre Firmenadresse
Käufer-PLZ Static Ihre PLZ
Käufer-Ort Static Ihr Ort
Käufer-Land Static DE
Währung Static EUR
Lieferadresse Static Ihre Lager-/Lieferadresse

Einrichten im Quellsystem

Der konkrete Versandweg hängt vom Partner ab:

  • HTTP POST mit Content-Type application/edifact auf Ihre Webhook-URL
  • SFTP-Drop durch einen EDI-Konverter (z. B. SEEBURGER, Lobster, ecosio) – Orderport akzeptiert derzeit nur HTTP-Inbound; der Konverter müsste den SFTP-Drop per Worker in einen HTTP-Request umsetzen
  • EANCOM-Gateways (wie IBM Sterling, SEEBURGER Cloud Services) konfigurieren Sie so, dass die ORDERS-Nachricht an die Orderport-Webhook-URL zugestellt wird

Technische Details

Unterstützte Segmente

Segment Bedeutung Beispiel
BGM Bestellnummer und Dokumenttyp BGM+220+12345+9
DTM Bestell- und Lieferdatum DTM+137:20240817:102
NAD Käufer, Lieferant, Lieferadresse (GLN + optional Adresse) NAD+BY+4012345000009::9
LIN Positionsnummer und EAN/GTIN LIN+1++4003969945418:SRV
PIA Zusätzliche Artikelnummern (Lieferant/Käufer) PIA+1+ART001:SA
IMD Artikelbeschreibung IMD+A++:::Kopierpapier A4
QTY Bestellmenge und Mengeneinheit QTY+21:4:PA
PRI Einzelpreis (netto/brutto) PRI+AAA:12.50
MOA Beträge (Positions- und Gesamtbetrag) MOA+203:125.00:EUR

Verfügbare Quellfelder (nach Parsing)

Bestellkopf

Feld Segment Beschreibung
order.number BGM Bestellnummer
order.date DTM+137 Bestelldatum
order.type BGM Dokumenttyp (220 = Bestellung)
order.total MOA+86 Gesamtbetrag (wenn vorhanden)
order.currency MOA Währung (wenn vorhanden)
delivery.date DTM+2 Gewünschtes Lieferdatum

Parteien

Feld Segment Beschreibung
buyer.gln NAD+BY GLN des Käufers
buyer.name NAD+BY Name (wenn in NAD enthalten)
buyer.street NAD+BY Straße (wenn in NAD enthalten)
supplier.gln NAD+SU GLN des Lieferanten
delivery_party.gln NAD+DP GLN der Lieferadresse

Positionen

Feld Segment Beschreibung
lines.*.ean LIN EAN/GTIN
lines.*.supplier_sku PIA+SA Lieferanten-Artikelnummer
lines.*.description IMD Artikelbeschreibung
lines.*.quantity QTY+21 Bestellmenge
lines.*.unit QTY+21 Mengeneinheit (PA, ST, KGM, …)
lines.*.price PRI+AAA Nettopreis (wenn vorhanden)
lines.*.amount MOA+203 Positionsbetrag (wenn vorhanden)

Endpoint

Webhook-URL je Pipeline: https://orderport.app/api/v1/webhook/{token}.

Fehlerbehebung

Symptom Ursache Lösung
„Konnte Segment BGM nicht lesen" Nachricht ist nicht UNOC-codiert oder Trennzeichen aus UNA unterscheiden sich UNA-Header prüfen (muss am Anfang jeder Nachricht stehen)
Beträge stimmen nicht PRI+AAA wird als netto interpretiert Mit Ihrem Partner prüfen, ob AAA (netto) oder AAB (brutto) gesendet wird; ggf. Transform-Mapping multiply anwenden
Lieferadresse fehlt im Zielformat NAD+DP enthält nur GLN Static-Mapping für Lieferadresse hinterlegen
406 Not Acceptable Falscher Content-Type application/edifact oder text/plain senden

Nächste Schritte